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Gicht
Was ist Gicht?

Als Stoffwechselerkrankung mit rheumatischen Beschwerden zählt die Gicht zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Aufgrund der großen Zahl der Betroffenen kann man mittlerweile Gicht als eine Volkskrankheit bezeichnen, wobei hauptsächlich Männer erkranken. Die Gicht bezeichnet eine Störung des Purinstoffwechsels. Das Eiweiß Purin, das im Körper beim Abbau von Körperzellen entsteht und über die Nahrung aufgenommen wird, kann nicht vollständig abgebaut bzw. ausgeschieden werden. Meist verläuft die Gicht in Schüben. Bei akuten Gichtanfällen treten meist starke Schmerzen, besonders im Großzehengrundgelenk auf. Es sind verschiedene Auslöser bekannt, u. a. üppiges Essen und erhöhter Alkoholkonsum. Daher wird Betroffenen geraten, besonders auf ihre Ernährung zu achten.

Beim Abbau von Purinen (Eiweißen) entsteht Harnsäure, die in der Regel über den Harn aus dem Körper befördert wird. Bei Betroffenen mit Gicht wird die Harnsäure nicht in vollem Maße ausgeschieden, sondern verbleibt im Körper. Als Folge steigt der Harnsäurespiegel im Blut. Es kann zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken kommen, die dadurch anschwellen und schmerzen können. Für die Entstehung von Gicht gibt es mehrere Ursachen. Zum einen kann eine genetische Veranlagung für diese Stoffwechselerkrankung bestehen. Weiterhin können Nierenfunktionsstörungen, z. B. durch einen Diabetes mellitus, zur Ausbildung dieser Krankheit führen. Ein Risikofaktor für die Entstehung von Gicht ist auch die Ernährung.

Bei Gicht sollte besonderes Augenmerk auf die Ernährung gelegt werden. Purinarme Kost sollte bevorzugt zu sich genommen werden. Die Tabelle führt einige Lebensmittel mit ihrem Puringehalt auf und soll eine erste Orientierung für eine purinarme Ernährung sein. Die Angaben können abhängig vom Analyseverfahren schwanken, geben aber einen Hinweis, welche Lebensmittel möglichst nicht verzehrt werden sollten.

Therapie Gicht

Für die Therapie von Gicht stehen dem Arzt mehrere Medikamente zur Verfügung, die in erster Linie die Entzündung des Gelenks lindern sollen. Hierzu können Antirheumatika ohne Kortison, sog. nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Kortison, Colchinin oder Rasburicase eingesetzt werden. Langfristiges Ziel der Therapie sollte die Senkung des Harnsäurespiegels sein. Dazu sollte sich der Patient purinarm ernähren, d. h., möglichst viele Lebensmittel nicht essen, die einen hohen Puringehalt aufweisen, wie z. B. Hülsenfrüchte und bestimmte Fleisch- und Fischsorten. Weiterhin kann der Harnsäurespiegel auch mit Medikamenten gesenkt werden. Hierzu können Urikosurika und Urikostatika eingesetzt werden. Urikosurika sollen die Harnsäureausscheidung erhöhen, während Urikostatika die Harnsäurebildung blockieren sollen.

Gicht (Urikopathie)

War Gicht früher eine Erkrankung der oberen Gesellschaftsschichten, so kann man sie heute als Volkskrankheit bezeichnen. Der nahezu unbegrenzte Zugang zu Nahrungs- und Genussmitteln für den größten Teil der deutschen Bevölkerung hat zu einem dramatischen Anstieg der Krankheitshäufigkeit geführt. Sie betrifft in 95 % aller Fälle Männer, zumeist im mittleren Lebensalter.

Die Gicht ist eine Störung des Purin-Stoffwechsels. Beeinträchtigt ist hierbei der Abbau bzw. die Ausscheidung des Eiweißes Purin das in Zellkernen vorhanden ist. Purin wird zum einen über Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Bier und Hülsenfrüchte aufgenommen, zum anderen entsteht Purin beim Abbau aller Körperzellen.

Grundsätzlich werden zwei Formen der Urikopathie unterschieden. Bei der primären Gicht handelt es sich um eine vererbte Stoffwechselerkrankung, die meist erst in Folge von Übergewicht und falscher Ernährung ausbricht. Die sekundäre Gicht wird durch eine Schädigung der Nieren, Diabetes mellitus, Krebs oder Anämien ausgelöst.

Die Gicht verläuft schubartig und kann unbehandelt zu einer Schädigung der Nieren und Gelenke führen. Die Dauer und Häufigkeit der Schübe nimmt regelmäßig im Verlauf der Erkrankung zu. Häufig (bei ca. 2/3 aller Betroffenen) treten starke Schmerzen, vor allem im Großzehengrundgelenk auf. Diese Symptomatik wird auch als Podagra (Steigbügel) bezeichnet. Das betroffene Gelenk wird ohne äußeres Ereignis heiß und schwillt an. Darüberhinaus kann es zu Fieber und einer Erhöhung der weißen Blutkörperchen kommen.

Akute Gichtanfälle können durch verschiedene Ereignisse ausgelöst werden. Grundsätzlich werden sie durch eine Veränderung des Harnsäurespiegels verursacht. Üppige Festessen, starker Alkoholkonsum aber auch extremes Fasten können hier auslösende Faktoren sein.

In der Folge einiger akuter Gichtanfälle kann sich die so genannte Arthritis urica entwickeln. Über eine längere Zeit bilden sich Ablagerungen von Harnsäurekristallen an den verschiedensten Stellen. Die Ablagerungen in Gelenken führen zu stärksten Beschwerden bis hin zur völligen Zerstörung des Gelenks. Im Röntgenbild kann sich das als so genannte Spongiose zeigen, der Gelenkkopf erscheint als wären Teile ausgestanzt worden.

14. August 2014
Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die dadurch gekennzeichnet ist, dass Harnsäure nicht wie normalerweise über den Urin ausgeschieden wird, sondern sich in Form von Harnsäuresalzkristallen an verschiedenen Stellen im Körper ablagert.
  
14. August 2014
Ein überhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) verursacht anfangs keine charakteristischen Symptome. Bei Patienten, bei denen sich Harnsäuresalzkristalle in den Gelenken abgelagert haben (sog. Gelenkgicht oder Arthritis urica), treten zunächst meist untypische Krankheitszeichen auf.
  
14. August 2014
Die Therapie bei einem akuten Gichtanfall zielt zunächst auf die Linderung der Symptome. Zur langfristigen Normalisierung der Harnsäurekonzentration setzen Mediziner derzeit in erster Linie auf sog. Urikostatika und eine Umstellung der Ernährung auf purinarme Kost.
  
07. Mai 2014
Mit einem raffinierten Trick ist der menschliche Körper in der Lage, sich selbst von Entzündungen zu befreien. Das haben Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) herausgefunden.
  
21. Mar 2014
Wissenschaftler haben erstmals einen Rezeptor auf menschlichen Zellen identifiziert, der spezifisch Kristalle erkennt. Der neue Rezeptor kommt auf Immunzellen vor und bindet Harnsäurekristalle: Diese gelten als Auslöser für die Gicht, steuern aber auch Immunreaktionen.