Suche
Stethoskop
Gichtanfall
Während eines Gichtanfalls sollte man das betroffene Gelenk kühlen und nach Möglichkeit nicht belasten. Auch Medikamente können zum Einsatz kommen.
Gicht

Gichtanfall

Viele Betroffene fragen sich: Was ist zu tun bei einem akuten Gichtanfall? Zunächst sollte die Medikation geklärt werden. Hierfür ist der Gang zu einem Arzt unerlässlich. Allerdings gibt es nur wenige Studien, die die Wirksamkeit der einzelnen Wirkstoffe, die bei einem Gichtanfall infrage kommen, vergleichen. Meist werden entweder nichtsteroidale Antirheumatika, Colchicin oder Kortison verschrieben. Ärzte verordnen zunächst meist ein nichtsteroidales Antirheumatikum. Entscheidend ist aber, welche Umstände und Begleiterkrankungen auf den Patienten zutreffen.

Wer eine Niereninsuffizienz, also eine Nierenschwäche, hat, kann unter Umständen keine nichtsteroidalen Antirheumatika einnehmen, da diese mit einem erhöhten Risiko für eine Nierenschädigung einhergehen können. Ähnliches gilt für Patienten, die Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung einnehmen. Diabetiker wiederum dürfen häufig kein Kortison nehmen, da es dadurch zu Stoffwechselentgleisungen kommen kann.

Wichtig ist auch der Wirkeintritt: Nichtsteroidale Antirheumatika und Kortison wirken in der Regel sehr schnell, während man bei Colchicin bis zu einem Tag warten muss, bis sich eine Wirkung einstellt. Stellt sich heraus, dass ein Wirkstoff nicht genügt, um den Schmerz abzufedern, dürfen bestimmte Medikamente auch kombiniert werden. Hierzu sollte unbedingt Rücksprache mit dem Arzt gehalten werden. In allen Fällen darf die jeweilige Tageshöchstdosis nicht überschritten werden.

Tipps bei einem akuten Gichtanfall

Zunächst ist es wichtig, bei einem akuten Gichtanfall das betroffene Gelenk ruhig zu halten. Sport und Bewegung sind dann unbedingt zu vermeiden. Wenn der Gichtanfall vorbei ist, sollte die Bewegung aber langsam wieder einsetzen, weil damit der Harnsäurespiegel gesenkt werden kann. Außerdem kann man so etwaiges Übergewicht reduzieren. Das betroffene Gelenk sollte im akuten Fall gekühlt werden, beispielsweise mit kühlenden Umschlägen.

Empfehlenswert bei Gicht ist die Umstellung auf purinarme Kost, um den Harnsäurespiegel möglichst niedrig zu halten. Generell sind Nulldiäten ebenso zu meiden wie allzu üppige Mahlzeiten, denn diese treiben den Harnsäurewert nach oben. Es ist wichtig, sich genau an die Anweisungen des Arztes und eventuell des Ernährungsberaters zu halten, auch dann wenn man sich gut fühlt. Nur so lässt sich das Risiko eines erneuten Gichtanfalls minimieren.

Prognose bei Gicht

In der Regel lässt sich Gicht gut behandeln. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass eine ausreichende Behandlung früh genug greift und die Kommunikation zwischen dem Arzt und dem Betroffenen reibungslos funktioniert. Wer Folgeschäden an den Gelenken und Knochen und Nierenschäden vermeiden will, sollte konsequent seine Ernährungsweise umstellen und auch eventuell vorhandenes Übergewicht abbauen. Regelmäßige Bewegung ist ebenso wichtig. Wenn man noch offene Fragen zur eigenen Gichterkrankung hat, sollte man sich nach einer Patientenschulung umsehen. Auch Diätberatungen sind möglich.

Fedor Singer