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Symptome bei Gicht
Bei Gicht klagen die Betroffenen häufig über Gelenkschmerzen und empfindliche Gelenke, ebenso über Rötungen und Schwellungen.
Gicht

Symptome bei Gicht

Wenn man den ersten Gichtanfall erleidet, zeigt er sich meist nur an einem Gelenk. Dann spricht man von einer akuten Gelenkarthritis. In rund 60 Prozent aller Fälle ist das Grundgelenk des großen Zehs betroffen. Dieser Typ von Gicht heißt Podagra. Es ist aber auch möglich, dass z. B. das Mittelfußgelenk, das Kniegelenk oder das Sprunggelenk Gichtsymptome aufweist. Gicht an der Hand ist mit fünf Prozent recht selten. Patienten erleiden einen sogenannten Gichtfinger meist dann, wenn der Finger bereits vor der Gicht Schäden aufwies, z. B. durch eine Arthritis. Die Weichteile des Fußes oder die anderen Zehen sind in rund zwei Prozent aller Fälle von der Gicht gekennzeichnet. Insgesamt weisen die Gelenke der unteren Körperhälfte zehnmal häufiger Gichtsymptome auf als die Gelenke weiter oben.

Welche Symptome zeigen sich bei Gicht?

Der erste Gichtanfall – und in der Regel auch die später folgenden – treten meist überfallartig auf. Der Betroffene fühlt binnen kürzester Zeit Schmerz und Empfindlichkeit an einem Gelenk. Die starken Schmerzen zeigen sich meist nachts oder in den frühen Stunden des Morgens. Schmerzhaft ist dabei vor allem die Bewegung des Gelenks, wobei charakteristisch ist, dass gleichzeitig eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Berührungen vorliegt. Das betroffene Areal um das Gelenk ist häufig geschwollen und überwärmt und fühlt sich leicht teigig an. Typisch sind auch Rötungen in diesem Bereich oder bläuliche Verfärbungen. In einigen Fällen klagen Patienten mit einem akuten Gichtanfall auch über Fieber.

Diese akute Phase erstreckt sich mitunter über mehrere Stunden oder gar Tage. Dies gilt vor allem dann, wenn der Gichtanfall nicht adäquat therapiert wird. Ohne Besuch beim Arzt und eine angemessene Behandlung ist es wahrscheinlich, dass sich die Gichtanfälle häufiger ereignen und immer kürzere Abstände zwischen ihnen liegen. Auch ist es dann möglich, dass immer mehr Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden, und/oder die Gelenke dauerhafte Schäden davontragen. Dann zeigen sich z. B. Zerstörungen am Knorpel des Gelenks, Deformierungen oder eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit. Die sogenannten Tophi, also die sichtbaren Knötchen, die bei Gicht entstehen können, sind beim heutigen Stand der Therapiemöglichkeiten seltener geworden.

Symptome außerhalb der Gelenke

Die Harnsäurekristalle bei Gicht können sich auch in den Nieren ansammeln und dort zur Bildung von Nierensteinen führen, was lebensbedrohliche Komplikationen auslösen kann, wie z. B. ein Nierenversagen. Dies ist aber recht selten. Wenn sich die Harnsäure im Darm ablagert, können starke Koliken entstehen. Manchmal zeigt sich eine Gicht auch durch Symptome wie Kopfschmerzen, erhöhten Puls oder Erbrechen.

Fedor Singer