Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Gicht
Therapie von Gicht

Für die Therapie von Gicht stehen dem Arzt mehrere Medikamente zur Verfügung, die in erster Linie die Entzündung des Gelenks lindern sollen. Hierzu können Antirheumatika ohne Kortison, sog. nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), Kortison, Colchinin oder Rasburicase eingesetzt werden. Langfristiges Ziel der Therapie sollte die Senkung des Harnsäurespiegels sein. Dazu sollte sich der Patient purinarm ernähren, d. h., möglichst viele Lebensmittel nicht essen, die einen hohen Puringehalt aufweisen, wie z. B. Hülsenfrüchte und bestimmte Fleisch- und Fischsorten. Weiterhin kann der Harnsäurespiegel auch mit Medikamenten gesenkt werden. Hierzu können Urikosurika und Urikostatika eingesetzt werden. Urikosurika sollen die Harnsäureausscheidung erhöhen, während Urikostatika die Harnsäurebildung blockieren sollen.

Therapie von Gicht

Welche Medikamente stehen Ihrem Arzt zur Behandlung bei einem akuten Gichtanfall zur Verfügung?

NSAR (nichtsteroidale Antirheumatikua)
NSAR greifen in den Entzündungsstoffwechsel ein. Diese Arzneimittelgruppe wirkt recht schnell und hemmt die Entzündung und lindert die Schmerzen deutlich.

Cortison
Cortison ist ein sehr wirksamer Entzündungshemmer. Steroide können auch bei einer bereits erfolgten Nierenschädigung gegeben werden.

Colchicin
Colchicin ist ein Alkaloid der einheimischen Herbstzeitlose und mindert die Entzündungsreaktion. Bei Niereninsuffizienz darf Colchicin nicht angewendet werden.

Rasburicase
Rasburicase hilft beim Abbau der Harnsäure und erleichter so die Ausscheidung über die Nieren.

Die vorstehend genannten Präparate behandeln lediglich die Symptome des akuten Gichtanfalls.

Welche Präparate stehen zur Behandlung einer chronischen Gicht zur Verfügung?

Grundsätzlich sollte sich der Patient bei der chronischen Gicht bemühen sich purinarm zu ernähren und die Ausscheidung der Harnsäure zur erhöhen. Die vorgenannten Maßnahmen sind unbedingt auch langfristig sinnvoll. Zu Behandlung der nicht akuten Gicht sehen folgende Gruppen von Medikamenten zur Verfügung:

Urikosurika
Urikosurika sind Medikamente, die die Harnsäureausscheidung steigern. Diese dürfen bei Niereninsuffizienz nicht angwendet werden. Als Nebenwirkung kann es zu Beginn der Behandlung zu einem akuten Gichtanfall kommen.

Urikostatika
Urikostatika gelten derzeit als Goldstandard bei der Dauerbehandlung von Gicht-Patienten mit erhöhtem Harnsäurespiegel. Hier steht derzeit lediglich Allopurinol zur Verfügung. Allopurinol blockiert ein bestimmtes Enzym und reduziert so die Harnsäurebildung im Körper. Bei Niereninsuffizienz und der Einnahme anderer Medikamente z. B. Blutverdünner ist Vorsicht geboten.

Was Sie bei Gicht für sich selbst tun können?

  • Trinken Sie reichlich. Eine ausreichende Aufnahme von purinarmen und alkoholfreien Getränken hilft den Nieren vorhandene Harnsäure auszuscheiden. Beachten Sie, dass z. B. Cola und Bier Purine erhalten. Alkohol reduziert die Harnausscheidung.
  • Bei Übergewicht sollten Sie sich bemühen Ihr Körpergewicht zu reduzieren. Verzichten Sie auf Radikaldiäten, da auch hierbei Purine frei werden.
  • Ernähren Sie sich purinarm. Fleisch, Fisch, Innereien und Hülsenfrüchte enthalten Purine.
  • In beschwerdefreien Zeiten sollte regelmäßig Ausdauersport betrieben werden, das senkt den Harnsäurespiegelnachhaltig.
  • Das betroffene Gelenk sollten Sie ruhig stellen und ausreichend kühlen
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Diagnose Gicht

Es empfiehlt sich, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um Schäden an den Gelenken möglichst zu vermeiden. Zur Diagnose von Gicht zieht der Arzt mehrere Untersuchungen heran. Zunächst wird der Harnsäurespiegel im Blut bestimmt. Dazu wird dem Patienten Blut abgenommen und untersucht. Da der Harnsäurespiegel abhängig von den Lebensmitteln, die der Patient zu sich genommen hat, schwanken kann, ist ein erhöhter Harnsäurespiegel nicht ausreichend, um die Diagnose zu stellen. Neben Röntgenbildern wird ein Arzt meist auch die Gelenksflüssigkeit auf das Vorhandensein von Harnsäurekristallen untersuchen, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können.

Bei Gicht sollte besonderes Augenmerk auf die Ernährung gelegt werden. Purinarme Kost sollte bevorzugt zu sich genommen werden. Die Tabelle führt einige Lebensmittel mit ihrem Puringehalt auf und soll eine erste Orientierung für eine purinarme Ernährung sein. Die Angaben können abhängig vom Analyseverfahren schwanken, geben aber einen Hinweis, welche Lebensmittel möglichst nicht verzehrt werden sollten.

Beim Abbau von Purinen (Eiweißen) entsteht Harnsäure, die in der Regel über den Harn aus dem Körper befördert wird. Bei Betroffenen mit Gicht wird die Harnsäure nicht in vollem Maße ausgeschieden, sondern verbleibt im Körper. Als Folge steigt der Harnsäurespiegel im Blut. Es kann zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken kommen, die dadurch anschwellen und schmerzen können. Für die Entstehung von Gicht gibt es mehrere Ursachen. Zum einen kann eine genetische Veranlagung für diese Stoffwechselerkrankung bestehen. Weiterhin können Nierenfunktionsstörungen, z. B. durch einen Diabetes mellitus, zur Ausbildung dieser Krankheit führen. Ein Risikofaktor für die Entstehung von Gicht ist auch die Ernährung.