
Bei Gicht sollte besonderes Augenmerk auf die Ernährung gelegt werden. Purinarme Kost sollte bevorzugt zu sich genommen werden. Die Tabelle führt einige Lebensmittel mit ihrem Puringehalt auf und soll eine erste Orientierung für eine purinarme Ernährung sein. Die Angaben können abhängig vom Analyseverfahren schwanken, geben aber einen Hinweis, welche Lebensmittel möglichst nicht verzehrt werden sollten.
Lebensmittel mit erhöhtem Purin- bzw. Harnsäuregehalt
Menschen, die an Gicht erkrankt sind, sollten bei ihrer Ernährung auf eine purinarme Kost achten. Die folgenden Tabellen geben einen Überblick darüber, welche Lebensmittel einen besonders hohen Puringehalt aufweisen. Die Angaben unterliegen jedoch natürlichen Schwankungen und werden zum Teil auch – je nach Analyseverfahren – unterschiedlich angegeben. Sie bieten jedoch einen guten Anhaltspunkt, welche Lebensmittel möglichst vermieden werden sollten.
Fleisch und Fleischwaren
| Lebensmittel | Purin in mg pro 100g* | entspricht Harnsäure in mg* |
| Bierschinken | 56 | 135 |
| Brathähnchen mit Haut | 91 | 219 |
| Corned Beef | 58 | 140 |
| Ente mit Haut | 67 | 160 |
| Gans mit Haut | 106 | 254 |
| Hase, Reh | 64 | 154 |
| Kalbsbraten | 83 | 198 |
| Kalbsbries | 612 | 1468 |
| Kalbsleber | 120 | 287 |
| Kalbsleberwurst | 65 | 155 |
| Rinderbraten | 62 | 148 |
| Rinderfilet | 64 | 154 |
| Rindersteak | 62 | 149 |
| Rinderzunge | 75 | 179 |
| Rindsleber | 122 | 292 |
| Salami | 80 | 191 |
| Schnitzel | 88 | 211 |
| Schweinefilet | 88 | 212 |
| Schweineleber | 120 | 289 |
| Schweinemilz | 250 | 601 |
Fisch und Fischprodukte
| Lebensmittel | Purin in mg pro 100g* | entspricht Harnsäure in mg* |
| Brathering | 72 | 172 |
| Forelle | 144 | 345 |
| Forelle (geräuchert) | 131 | 315 |
| Hering | 99 | 237 |
| Lachs (geräuchert) | 75 | 180 |
| Makrele | 68 | 164 |
| Makrele (geräuchert) | 64 | 153 |
| Matjes | 95 | 228 |
| Ölsardinen | 133 | 319 |
| Sardellen | 125 | 300 |
| Seehecht | 58 | 140 |
| Seelachs | 79 | 190 |
| Sprotten | 193 | 463 |
| Thunfisch in Öl | 62 | 148 |
Sonstige
| Lebensmittel | Purin in mg pro 100g* | entspricht Harnsäure in mg* |
| Aprikosen (getrocknet) | 49 | 118 |
| Erbsen, grün (gegart) | 71 | 171 |
| Hefe | 283 | 680 |
| Mohn, gemahlen | 72 | 172 |
| Pflaumen (getrocknet) | 46 | 111 |
| Rosinen | 45 | 107 |
| Salzstangen | 42 | 100 |
| Sojabohnen (gegart) | 34 | 81 |
*Angaben gerundet
Beim Abbau von Purinen (Eiweißen) entsteht Harnsäure, die in der Regel über den Harn aus dem Körper befördert wird. Bei Betroffenen mit Gicht wird die Harnsäure nicht in vollem Maße ausgeschieden, sondern verbleibt im Körper. Als Folge steigt der Harnsäurespiegel im Blut. Es kann zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken kommen, die dadurch anschwellen und schmerzen können. Für die Entstehung von Gicht gibt es mehrere Ursachen. Zum einen kann eine genetische Veranlagung für diese Stoffwechselerkrankung bestehen. Weiterhin können Nierenfunktionsstörungen, z. B. durch einen Diabetes mellitus, zur Ausbildung dieser Krankheit führen. Ein Risikofaktor für die Entstehung von Gicht ist auch die Ernährung.
Es empfiehlt sich, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um Schäden an den Gelenken möglichst zu vermeiden. Zur Diagnose von Gicht zieht der Arzt mehrere Untersuchungen heran. Zunächst wird der Harnsäurespiegel im Blut bestimmt. Dazu wird dem Patienten Blut abgenommen und untersucht. Da der Harnsäurespiegel abhängig von den Lebensmitteln, die der Patient zu sich genommen hat, schwanken kann, ist ein erhöhter Harnsäurespiegel nicht ausreichend, um die Diagnose zu stellen. Neben Röntgenbildern wird ein Arzt meist auch die Gelenksflüssigkeit auf das Vorhandensein von Harnsäurekristallen untersuchen, um eine gesicherte Diagnose stellen zu können.
Als Stoffwechselerkrankung mit rheumatischen Beschwerden zählt die Gicht zu den Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Aufgrund der großen Zahl der Betroffenen kann man mittlerweile Gicht als eine Volkskrankheit bezeichnen, wobei hauptsächlich Männer erkranken. Die Gicht bezeichnet eine Störung des Purinstoffwechsels. Das Eiweiß Purin, das im Körper beim Abbau von Körperzellen entsteht und über die Nahrung aufgenommen wird, kann nicht vollständig abgebaut bzw. ausgeschieden werden. Meist verläuft die Gicht in Schüben. Bei akuten Gichtanfällen treten meist starke Schmerzen, besonders im Großzehengrundgelenk auf. Es sind verschiedene Auslöser bekannt, u. a. üppiges Essen und erhöhter Alkoholkonsum. Daher wird Betroffenen geraten, besonders auf ihre Ernährung zu achten.
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